Gibt es in Deutschland eine Immobilienpreisblase?

B. AdomeitMarktdaten

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen nach wie vor. Wie lange kann das noch gut gehen? Das Deutsche Institut f├╝r Wirtschaftsforschung (DIW) sch├Ątzt das Risiko f├╝r eine Preisblase in Deutschland auf 92 Prozent. Doch wie entsteht so eine Blase und in welchen Regionen Deutschlands ist die Platzgefahr besonders gro├č?

Es ist eine einfache Rechnung: Steigen die Kaufpreise f├╝r Immobilien schneller als die Mietpreise, besteht die Gefahr einer Preisblase. Denn dann entkoppeln sich die Immobilienpreise von den Ertr├Ągen.

In den letzten Jahren sind die Kaufpreise in vielen deutschen St├Ądten und Regionen explosiv angestiegen. In Deutschlands teuerster Stadt M├╝nchen etwa stiegen die Kaufpreise f├╝r Einfamilienh├Ąuser von 2008 auf 2018 um 240 Prozent. Dennoch geh├Ârt M├╝nchen noch nicht zu den Spitzenreitern, was das Blasen-Risiko angeht ÔÇô schlie├člich steigen hier auch die Mieten wie in keiner anderen deutschen Stadt.

Eine Analyse des Beratungshauses Empirica stuft die Blasengefahr in M├╝nchen auf eher hoch ein. In anderen deutschen Landkreisen wird sie jedoch als kritisch angesehen. Laut Deutscher Bundesbank sind die Preise in M├╝nchen um rund 39 Prozent ├╝berbewertet. Spitzenreiter ist jedoch keine Metropole, sondern eine l├Ąndliche Region: In Nordfriesland sind die Preise um fast 54 Prozent ├╝berbewertet. Das liegt vor allem daran, dass zu Nordfriesland die teuren Ferieninseln Sylt und Amrum geh├Âren.

Aber auch in anderen l├Ąndlichen Regionen ist das Blasen-Risiko oft kritisch. Dazu z├Ąhlen zum Beispiel die bayrischen Landkreise Unterallg├Ąu und Schwandorf. Hier wurden in den letzten Jahren viele neue Wohnungen gebaut. W├Ąhrend der Raum f├╝r Neubauten in den Metropolen begrenzt ist, gibt es in den l├Ąndlichen Regionen viele potenzielle Baugrundst├╝cke. Damit kann auch eine hohe Nachfrage befriedigt werden.

Wichtig ist es auch, die Entwicklung der Miet- und Kaufpreise in Relation zur Entwicklung des Durchschnitteinkommens zu setzen. Durch die aktuell niedrigen Zinsen nutzen viele Menschen die Gelegenheit, um eine Immobilie mit einem g├╝nstigen Kredit zu finanzieren, die sie sich unter anderen Umst├Ąnden nicht geleistet h├Ątten. Auch viele ausl├Ąndische Investoren hat es in den deutschen Markt gezogen.

Erh├Âht die Europ├Ąische Zentralbank den Leitzinssatz, besteht die Gefahr, dass K├Ąufer ihre Anschlussfinanzierung nicht zahlen k├Ânnen. In Deutschland seien die meisten K├Ąufe allerdings relativ solide finanziert, erkl├Ąren die Autoren der DIW-Studie gegen├╝ber Spiegel Online.

In St├Ądten wie M├╝nchen, in denen auch die Mietpreise stark steigen, besteht ein Risiko f├╝r eine Blase vor allem auch dann, wenn der Zuzug abnimmt oder Menschen aus den Metropolen wegziehen, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten k├Ânnen.

Im letzten Jahr hat sich das Preiswachstum in den Metropolen jedoch verlangsamt. In der DIW-Studie geht man daher davon aus, dass das Risiko f├╝r eine Preisblase bis Ende des Jahres auf 84 Prozent sinkt.

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(Bildnachweis: ArturVerkhovetskiy / Depositphotos.com)