Das junge Deutschland liebt die Stadt

B. AdomeitLeben & Wohnen

Das Leben auf dem Land wird immer ├Ąlter und die St├Ądte Deutschlands explodieren mit jungen zugezogenen Menschen. So die aktuelle Bilanz. Bis in die Mitte der 2000er war es noch genau andersherum: Die Menschen in den l├Ąndlichen Regionen waren im Durchschnitt j├╝nger als die Stadtbewohner. Doch seit einigen Jahren werden die Gro├čst├Ądte quasi von jungen Menschen ├╝berlaufen. Das sorgt teils f├╝r Wohnraummangel in den Metropolen und Strukturprobleme auf dem Land.

Das RWI-Leibniz-Institut f├╝r Wirtschaftsforschung hat eine Studie ver├Âffentlicht, bei der die Forscher die Binnenmigration verschiedener Altersgruppen der Jahre 2008 bis 2014 (soll hei├čen, die Umz├╝ge innerhalb Deutschlands ├╝ber die Landesgrenzen hinweg) untersuchten. Die Forscher besch├Ąftigten sich mit mehr als 400 Landkreisen und analysierten dabei nicht nur den Umfang dieser Umzugswelle, sondern auch die prim├Ąren Faktoren, die f├╝r die Umzugsentscheidung verantwortlich waren.

Als Konsequenz l├Ąsst sich sagen, dass durch die vermehrten Umz├╝ge vom Land in die Stadt eine demografische Ungleichheit entsteht, die wahrscheinlich auch in der Zukunft weiter anwachsen wird. Aktuelle Zahlen best├Ątigen diese Vermutung. In den letzten sieben Jahren zogen circa 250.000 mehr Menschen in Deutschland in die Stadt als aus ihr weg. Dies f├╝hrt nun zu einer ansteigenden Verlustproblematik auf dem Land.

Besonders gravierend ist diese Thematik bei der Altersgruppe der 18- bis 29-j├Ąhrigen. Von ihnen zogen fast 460.000 Deutsche mehr in die Stadt als aufs Land. Die Gr├╝nde sind genauso vielf├Ąltig wie einleuchtend. Junge Menschen m├Âchten sich vom Elternhaus abgrenzen, neues kennenlernen und suchen sich Universit├Ąten und Ausbildungspl├Ątze in Gro├čst├Ądten, die bessere Karrierechancen bieten.

Anders sieht es bei den ├╝ber 30-J├Ąhrigen aus. Von ihnen zogen einige mehr auf das Land und so von der Stadt weg. Die Gr├╝nde sind die typischen, wie berufliche Ver├Ąnderung, famili├Ąre Entscheidungen oder hin zum Eigenheim und weg von der Mietwohnung in der Stadt. Allerdings wechseln deutlich weniger ├╝ber 30-J├Ąhrige Ihren Wohnort als es bei den 18- bis 29-J├Ąhrigen der Fall ist. Die machen mit 43 Prozent den Gro├čteil der innerdeutschen Migrationen aus.

Messbare Gr├Â├čen des Umbruchs

Faktor Lohnh├Âhe:

Junge Menschen ziehen gerne dorthin, wo sie auch gut verdienen. In gro├čen St├Ądten werden sie laut Statistiken auch besser bezahlt.

Faktor Arbeitslosigkeit:

Dieser Punkt ist laut Forschungsergebnissen eher der Grund einen Ort zu verlassen, ein Standort mit einer hohen Arbeitslosenrate wird direkt vermieden oder man zieht weg. Interessanterweise spielt dies bei den ├╝ber 50- j├Ąhrigen keine Rolle mehr.

Faktor Wohnkosten:

Im Schnitt hat dieser Faktor den wenigsten Einfluss auf die Gruppen der umziehenden Deutschen. Am ehesten wirkt er sich auf die 30- bis 49- j├Ąhrigen aus. Gr├╝nde sind hier meist Familienwachstum und daher der ben├Âtigte Mehrwohnraum.

Das zu ziehende Fazit dieser Studie und der Erfahrungswerte der letzten Jahre ist also, dass das Land zunehmend unattraktiver f├╝r junge Menschen wird und die Gro├čst├Ądte immer begehrenswerter. Es l├Ąsst sich also annehmen, dass auch in naher Zukunft die Welle der Zuziehenden in die St├Ądte anhalten wird. Ergo es wird mehr Wohnraum ben├Âtigt, was St├Ądte wie Berlin, M├╝nchen und Hamburg besonders zu sp├╝ren bekommen.

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater kl├Ąren.

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